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Von der Kaiserbluse bis zur Knickerbocka Kurt Schuller, Feldbach
Verbunden mit dem Aufbau eines Schneiderhandwerksmuseums in Feldbach hat Kurt Schuller auch eine Sammlung von Kleidungsstücken von prominenten Personen zusammen getragen. Das Prunkstück in dieser Sammlung ist ein seidenes Reitkleid der letzten österreichischen Kaiserin Zita. "Diese Reitbluse
Trachtenweste mit 18 Knöpfen.
trug Zita zu einer Zeit, als sie noch nicht Kaiserin war. Sie soll zu dieser Zeit ein Kind erwartet haben" erzählte Schuller. Vom bekannten steirischen Volkskundler Dr. Viktor von Geramb gibt es einen mächtigen grauen Steirerrock mit grünen Aufschlägen zu besichtigen und von Dr. Hanns Koren, der lange Zeit auch Landtagspräsident war, stellt Schuller einen grünen Steirerrock aus. Eine
bekleidungsgeschichtliche Kostbarkeit ist eine originale steirische Alttracht aus der Weststeiermark aus der Zeit um 1847, mit Scheibenhut, handgefertigten Langrock, rotem Brustfleck, hirschlederner Kniebundhose und gemodelten Strümpfen. Aus der hauseigenen Schuller-Schneiderei blieb ein hellbeiger Steireranzug mit grünen Aufschlägen, Hirschhornknöpfen und Knickerbocka erhalten. Dieser Anzug, mit dem der Träger sicherlich auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde von Schuller sen., der Schneidermeister und Berufschullehrer war, geschneidert. "Der Name Knickerbocka beruht auf der Satire A History of New York, die im Jahr 1809 vom Schriftsteller Irving Washington, der unter dem Pseudonym Diedrich Knickerbocker auftrat, geschrieben wurde. In dieser Satire heißt der Hauptdarsteller Jansen Knickerbocker. Es werden die ersten New York- Siedler beschrieben, die aus Holland kamen und wadenlange Schlumperhosen trugen. Die Einwohner der Stadt wurden daraufhin als Knickerbocker gehänselt. Nachdem um 1895 derartige Kniehosen zum Radfahren und Wandern verwendet wurden, nannte man sie einfach nach ihrem Vorbild Knickerbocka" so Schuller. Ein brauner Ledertrachtenrock wurde vom bekannten Forscher und Buchautor Heinrich Harrer zur Verfügung gestellt. Zur Erinnerung, Harrer wurde mit seinem Buch "Sieben Jahre Tibet" oder mit dem Buch über die Besteigung der Eiger Nordwand "Die weiße Spinne" weltbekannt. Auch vom Arbeiterführer Kolomann Walisch liegt eine Krawatte in der Sammlung und von dessen Frau eine schwarze Bluse. Kolomann Walisch wurde am 19. Februar 1934 von einem Standgericht in Leoben zum Tode verurteilt und erhängt. Die Schauspielerin und Tänzerin Marika Rökk stellte ein bodenlanges Bühnenkleid (1986) zur Verfügung. Der blaue Uniformrock eines k.u.k. Obersten aus dem Jahre 1910 und ein Postreiterrock aus der Zeit um 1850 findet man im Museumsraum, in dem Zitas Reitbluse zu sehen ist. Vom steirischen Erfinder Viktor Kaplan, man erinnert sich an die Kaplan-Turbine, liegen Armmanschetten und weiße Hemdkragen vor. Zu allen diesen Bekleidungsstücken sammelte Kurt Schuller auch Einzelstücke, die Mode und Zeit dokumentieren. So etwa die beliebten Matrosenanzüge aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, mit denen Kinder eingekleidet wurden, diverse Blusen oder das kuriose Bühnenkostüm "Hoppala", mit dem die Jazz Gitti bei ihren Auftritten zu sehen war. Eine geblumte grüne Trachtenweste muss mit 18 großen glänzenden
Trachtenrock von Viktor von Geramb.
Der grüne Rock von Dr. Hanns Koren.
Eine weststeirische Alttracht aus dem Jahr 1847.
Uniformrock eines Postreiters, 1850.
Uniform eines k.u.k. Oberst, 1910.
NS Uniform des Feldbacher Oberst Muhr.
Knickabocka- Trachtenanzug aus dem Jahr 1947.
Lederjacke von Heinrich Harrer.
Bühnenkleid von Marika Rökk.
Diese Krawatte trug Kolomann Walisch.
Kleidungsstücke aus dem Besitz von Viktor Kaplan.
Kurt Schuller mit einer Reitbluse Kaiserin Zitas.
Metallknöpfen zu7geknöpft werden. Diese 18 Knöpfe sind ein Zeichen dafür, dass der Träger verheiratet ist. Zwölf Knöpfe waren das äußere Zeichen für einen Mann, der den jungen Damen signalisierte, dass er noch zu haben sei. Eine andere Trachtenweste kann mit Kaurimuschelknöpfe, die in der Südsee als Währung Verwendung fanden, geknöpft werden.