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“In meiner Jugend wurde noch alles in Handarbeit gearbeitet. Geführt wurde mit Ochsen und Kühen, gedroschen mit dem Dreschflegel und Maschinen wurden mit der Hand angetrieben. Die Wirtschaftsgebäude hatten meist noch Strohdächer. Die "Strohschab" wurden für das Dachstroh hergerichtet. Aus dem Stroh wurde ein "Schabbock" gemacht. Beim Dreschen des Getreides gab es Dreschersprüche. Waren zwei Personen beim Dreschen, so hieß dies "hus pock hus pock", waren drei beim Dreschen mit dem Dreschflegel so sagte man "stich Hund stich Kotz ob". Für das Gleichschneiden des Strohs verwendete man die "Strohfiedl" und auf dem Bock wurde das Stroh aus`gstraft, damit das Gras herauskam. Das war in der Zeit nach 1920 und 1930. In meiner Heimat (Heimathaus) waren acht Kinder, die Eltern, die Tante und "a Aufzüchte" die als Kuhdirn aufgenommen worden war. Der Viehstand war zu dieser Zeit nicht so groß wie er heute (in den Achtzigern des 20. Jhds., Anm.) ist. Das "Kernd`l" (Getreide) hat man zum Backen gebraucht. Mit Kukuruz wurde ein Acker angebaut. Er war für Sterz und "a bisserl für die Mastfadl`ln". Hendln hatte man, wie das Kerndl "g`folgt" (gereicht) hat. "G`mäßt" (gemästet) wurden Hahner und Kapauner, die man g`schoppt hat. Als Haustrunk diente Most, Schnaps und ein "Bamkraxler", den man Heckenklescher nannte. "Bamkraxler" hieß dieser Wein, weil die Reben auf Bäumen hinauf wuchsen. Es standen viele große Birnenbäume, weshalb der Most und der Schnaps aus Birnen gemacht wurde. Jene Bauern, die vor Weihnachten keinen Schnaps mehr hatten, brannten bereits zwischen Weihnachten und Neujahr. Sonst fand im Fasching das Schnapsbrennen statt. Es gab auch Lustbarkeiten (Unterhaltungen). Der Vater wollte nicht, dass im Haus getanzt wird. Der alte Ladenhauf war Kirchenrat. Der hat keine Lustbarkeit "darlittn", so lange nicht, bis die strengen Wetter vorbei waren. Er hat Lustbarkeiten abgesagt. Der Timischl war ein Seitengasthaus. Da war oft "Freimusi", eine "Draharei". Einer spielte mit der Ziehharmonika und einer hat mit dem Flügelhorn "zuwiblosn". Im Mai wurde "Kreuzbet" und am Peterstag und zu Ulrizi, sowie am Sonntag und den Sonntagen danach, da hat man beim Umbeten zum Ulrizikreuz "z`ruckbet". Geistergeschichten wurden beim Kernschälen (Kürbiskerne) erzählt. Einer erzählte vom "Läßln gehen". Da fürchtete man sich so, dass man sich nicht schlafen gehen traute. Das Läßln (Los oder Schicksal befragen) fand an einem Kreuzweg, wo vier Wege voneinander führen statt. In der Mitte stand der Mann von Mitternacht bis eins. Um Mitternacht hat er dann allerhand gesehen und gehört. Er hörte was im nächsten Jahr geschehen wird. Er wusste, wer stirbt, was in den Häusern los ist, er hörte die Leute jammern und wo ein Malheur geschieht. Er hat die Leute neugierig gemacht, doch nichts Genaues gesagt. Wallfahrten wurden nach Weizberg, Fieberbründl und auch nach Eichkögl gemacht. Nach Zell ging ich nie mit. Diese Wallfahrt dauerte acht Tage. Auf den Andachtsbildchen stand "Gnadenort". Das Palmtragen war eine große Freude für die Kinder. Die Palm wurden wie Besen zusammen gebunden, oft so hoch wie die Kirche. Verwendet wurde Buchsbaum und der waxe Kranawett. Darauf kamen Mascherln. Für jedes gebundene Ringerl bekam man am
Die Viechala schwammen in der Suppe Johann Hörzer, Eichberg bei Markt Hartmannsdorf
Johann Hörzer mit seiner Frau Maria 1941.       
Beliebte Unterhaltungen waren das Schnapsbrennen und Faschingsumzüge, wobei auch weite Ausflüge mit dem Traktor auf dem Programm standen.
Palmsonntag ein "Oa". Mit diesem waxen Palmbuschen wurde den Mädchen ums Gesicht gewischt. Bei strengen Unwettern wurde vom Palmbusch`n ein Zweig eingeheizt. Mit kleinen Zweigstücken wurde auf die Stalltür ein Kreuz genagelt und auf die Felder wurde ein Zweigerl ausgesteckt. Am Heiligen Abend gab es kleine Geschenke und einen Christbaum. Die Christmette fand um Mitternacht statt. Auch Weihnachtskripperln gab es. Die Hochzeit war eine "muats" Hetz. Das "Schiaßn" erfolgte mit dem Schussmeister. Wir Buben durften die schweren Eisenpöller mit der Zündschnur und dem Pulver, auf das der feuchte Lehm darauf kam, laden. Geschossen wurde um vier Uhr früh. Die Gäste ging der Brautführer einladen. Aber auch die Brautleute oder auch die Brauteltern gingen von Haus zu Haus die Gäste einladen. Geheiratet wurde immer im Fasching, selten im Oktober. Die Hochzeitstafel war in den Bauernhäusern. Was zum Essen gebraucht wurde, gaben die Eltern zusammen. Im Gasthaus heirateten nur die Besseren, die hatten mehr Geld. Auch das Seil vormachen war üblich. Kam ein Bauer mit dem "Kuahwagen" vorbei, so stellte er den Wagen quer. Die Braut wurde auch gestohlen und um Mitternacht erfolgte das Kranzl abnehmen. Das Kranzldirndl sagte einen Spruch mit dem Inhalt, was der Braut in Zukunft zu erwarten hat, auf. Das Kranzl bekam die Brautmutter, die es in einem Karton verwahrte. Zu essen gab es in dieser Zeit verschiedene Tommerln und Sterz. Den Türkischen Tommerl, den Hoadensterz, den Woazigen Tommerl, Apfelstrudel und Erdäpfelstrudel. Fleisch gab es sehr selten. Die saure Suppe war vom Geselchten und vom "lebendigen Fleisch" (Fleisch mit Maden). Die Maden waren im Fleisch. Wenn die "Viehchala" in der Suppe geschwommen sind, rührte man sie weg. Hatte man in der Früh wenig Milch, so gab es eine saure Suppe, eine "Knobelsuppe" (Knoblauch) oder eine mit "Zwiefelschmalz" geschmalzene Suppe. Zu Ostern gab es Weihfleisch und Suppe. Die Fastenzeit wurde streng eingehalten. Am Faschingsdienstag kamen die Krapfen weg. Gekocht wurde hauptsächlich mit Ripsöl. In der Früh der Frühstückstommerl mit Ripsöl, da das Schmalz fürs ganze Jahr nicht "g`folgt" hat. Auch der Heidensterz wurde mit Ripsöl gemacht, was sehr gut war. An Mehlspeisen gab es Strudel und vom Faschingssonntag bis Faschingsdienstag Krapfen. Für den Kaffee hat die Mutter auf der Herdplatte Gerste geröstet. Es gab auch "zaundürre Strauben", die ohne Germ gebacken wurden. Die Hollerkrapfen wurden nicht einmal gewaschen.